funkenschlagen Funken schlagen aus der Neben­tätigkeit, Oktober 2007.

Ein Brief

»Lieber K.«, so beginnt Thilo Reffert im Jahr 2004 einen Brief an einen Autor. Dieser hatte ein Theater­stück an Reffert gesandt mit der Bitte um ein paar Zeilen dazu. Das Lektorat ist verloren, erhalten ist der Brief, den Reffert an K. schrieb. Dieser Brief wurde mehrfach überarbeitet, blieb in Inhalt und Ton aber weitest­gehend erhalten. (Zum Beispiel auch die Verwendung des generischen Maskulinums.)

Da der Brief ursprünglich von 2004 datiert, fehlen darin heutige Möglich­keiten für Autorinnen und Autoren, sowohl ihr Schaffen als auch ihr Marketing über Social Media, Newsletter, Websites, Podcasts, Platt­formen und andere Content-Arbeit zu betreiben. Da Reffert selbst nie über den (betreuten) Betrieb dieser Website hinaus­gelangt ist, muss das auch so bleiben.

Enttäuschung und Verbitterung müssen wohl als Koautoren des Reffert­schen Briefes angesprochen werden, nichts­desto­trotz ist sein Wahr­heits­gehalt auch über zwanzig Jahre später noch frappant. Die Veröffent­lichung hier steht im Zusammen­hang mit Eine Selbst­aus­kunft, 2026 und dem dort veröffent­lichten Text »Warum ich mit dem Schreiben aufgehört habe«. Der – nirgends so benannte – Brief an einen jungen Autor zeigt, dass Reffert die Bedingungen des Schreibens schon immer ventiliert hat.

Zuletzt: Da K. zufällig derjenige Buchstabe von 26 ist, den schon Kafka und Brecht für Ihre Figuren vergeben haben, schien es angebracht, eine andere Initiale zu verwenden. Der Brief beginnt nun mit »Lieber S., vielen Dank für Ihren Brief und das Theater­stück. Ich werde gerne etwas zu Ihrem Stück sagen, aber erlauben Sie mir vorher ein paar Bemer­kungen über das Dasein als Autor, auf das Sie offenbar zusteuern.«